Die treue Generation geht.
- Marco Cattaneo

- vor 1 Tag
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Warum der Abschied der Babyboomer eine Herzensangelegenheit für dein KMU sein sollte.
Erinnerst du dich noch an die Mitarbeitenden, die vor dreissig oder vierzig Jahren in deinem Betrieb angefangen haben? Es ist die Generation der Babyboomer. Sie waren es, die Aufträge entgegengenommen, angepackt und oft ohne grosses Hinterfragen gearbeitet haben, bis der Chef am Abend sagte: „Für heute ist genug.“
Ihre Loyalität gegenüber dem Arbeitgeber war felsenfest. Ein Stellenwechsel kam für sie meist nur im äussersten Notfall infrage.
Heute, im Jahr 2026, stehen wir vor einer grossen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Zäsur: Diese treue Generation verabschiedet sich Schritt für Schritt in den wohlverdienten Ruhestand. Viele Schweizer KMU unterschätzen völlig, was dieser Abschied emotional, aber auch strategisch für ihr Unternehmen bedeutet.
Der stille Verlust des „Talent-Gedächtnisses“
Wenn ein Babyboomer geht, geht nicht einfach nur eine Arbeitskraft, deren Stelle man neu ausschreibt. Es geht ein wandelndes Lexikon. Diese Menschen tragen das ungeschriebene Wissen des Betriebs in sich: Sie wissen ganz genau, welcher Handgriff bei welcher Maschine nötig ist, wenn es klemmt. Sie kennen die feinen Eigenheiten der ältesten Stammkunden auswendig und wissen, wie man stürmische Krisen mit Gelassenheit meistert.
Läuft dieser Prozess unbegleitet ab, reisst die Pensionierung ein tiefes Loch in dein Talent-Gedächtnis. Das Wissen ist weg – von heute auf morgen.
Ein Vorschlag von HRBC: Abholen mit 60
Wie schaffen wir einen Übergang, der sowohl für den Mitarbeitenden als auch für das Unternehmen stimmig ist? Die Antwort von HRBC lautet: Wir müssen viel früher anfangen. Wartet nicht, bis der 65. Geburtstag unmittelbar vor der Tür steht. Holt eure treuen Stützen bereits mit 60 Jahren ab.
Ein moderner, wertschätzender und dankbarer Übergangsprozess umfasst drei wesentliche Schritte:
Den Wissenstransfer aktiv und frühzeitig gestalten: Übergebt den „Seniors“ rechtzeitig die Rolle des Mentors. Wenn sie spüren, dass ihr Wissen geschätzt und gebraucht wird, geben sie es gerne und stolz an die jüngere Generation weiter.
Triage zu Fachstellen ermöglichen: Die Pensionierung wirft viele existenzielle Fragen auf. Was passiert mit der Pensionskasse? Wie sieht die finanzielle und rechtliche Planung aus? Indem KMU aktiv Partnerschaften mit externen Fachstellen anbieten, nehmen sie den Mitarbeitenden die Ungewissheit und die Angst vor dem neuen Lebensabschnitt.
Emotionale Vorbereitung und Erfahrungsaustausch: Nach über 40 Jahren Arbeit ist der abrupte Stopp oft ein emotionaler Schock. Coaching und gezielte Gespräche – idealerweise auch im Austausch mit ehemaligen Mitarbeitenden, die bereits seit einigen Jahren in der Rente sind – helfen enorm. Sie unterstützen dabei, die neue Identität als „Pensionär“ positiv zu besetzen und wertvolle Erfahrungen aus erster Hand zu teilen.
Ein versöhnlicher und starker Abschluss
Ein würdiger Abschied ist die beste Visitenkarte für dein Employer Branding. Wenn das gesamte Team sieht, wie wertschätzend die „Seniors“ verabschiedet und auf ihrem neuen Weg begleitet werden, stärkt das das Vertrauen der verbleibenden Belegschaft in deine Firmenkultur massiv.
Es geht darum, aufrichtig Danke zu sagen: Für jahrzehntelangen Einsatz, für unerschütterliche Loyalität und für die unzähligen Extrameilen. Machen wir den Austritt aus der Arbeitswelt gemeinsam zu einem Meilenstein, auf den beide Seiten mit Stolz und einem guten Gefühl zurückblicken können.
Wie begleitet dein KMU die ältere Generation auf dem Weg in die Pensionierung? Sichert ihr das wertvolle Wissen rechtzeitig?
Marco Cattaneo Inhaber HRBC | People & Culture Sparring





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